Audiokassetten aus der Sammlung Lanzmann; Jüdisches Museum Berlin, Foto: Roman März
Führung auf Deutsch (120 Min.)
Die Ausstellung Claude Lanzmann. Die Aufzeichnungen macht Geschichte hörbar. Zum ersten Mal wird das Audio-Archiv von Claude Lanzmann, dem französischen Filmemacher und Chronisten der Schoa, öffentlich zugänglich. Bisher unbekannte Magnettonkassetten dokumentieren zahlreiche Gespräche, die er und seine Assistentinnen in den 1970er-Jahren mit Überlebenden des Holocaust, Täter*innen und Zeitzeug*innen führten. Das Audio-Archiv entstand bei den Recherchen für den Film Shoah (1985). Es wurde dem JMB gestiftet und 2023 in die Liste des UNESCO-Weltdokumentenerbes aufgenommen.
Die Führung gibt Einblicke in Lanzmanns Rechercheprojekt und führt ein in die Besonderheiten beim Hören von historischen Audioquellen. Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, sich über Kopfhörer Audios anzuhören. Beim aufmerksamen Zuhören werden verschiedene Aspekte deutlich wie das Zögern von Verfolgten, über das Erlebte zu sprechen, oder Strategien der Leugnung und Ablenkung auf Seiten der Täter *innen. Vor und nach dem Hören ist Raum, Beobachtungen, Gedanken und Gefühle zu besprechen. Der Austausch darüber, wie wir als Zuhörer*innen in der Gegenwart diese Aufnahmen wahrnehmen, ist Bestandteil der Führung. Bitte beachten Sie, dass in den Audioaufnahmen von schweren Gewaltverbrechen berichtet wird. Diese Führung richtet sich an Menschen mit Blindheit oder Sehbehinderung plus jeweils eine sehende Begleitperson.